Das Arzneimittel Xenical mit dem Hauptwirkstoff Orlistat dient zur Behandlung von starkem Übergewicht (Adipositas, Fettsucht). Es verhindert, dass rund ein Drittel des über die Nahrung aufgenommenen Fettes verdaut wird. Wie nahezu bei jedem Medikament können auch bei den Xenical Neben- und Wechselwirkungen auftreten.

Mögliche Nebenwirkungen von Xenical

Xenical entfaltet seine Wirkung im Verdauungstrakt. Deshalb sind die meisten möglichen unerwünschten Wirkungen in Verbindung mit der der Einnahme dieses Medikaments, die Folge der örtlichen Wirkung von Xenical im Magen-Darm-Trakt.

Xenical zur Behandlung von Fettsucht Xenical zur Behandlung von Fettsucht

In den meisten Fällen treten lediglich Symptome leichter Natur auf. Sie erscheinen zumeist zu Behandlungsbeginn und hierbei insbesondere nach fettreichen Mahlzeiten. Gewöhnlich verschwinden sie jedoch im weiteren Fortgang der Therapie. Wichtig ist hierbei allerdings auch, dass die empfohlene Ernährungsweise eingehalten wird.

Sehr häufige Nebenwirkungen

Mehr als einer von zehn Anwendern von Xenical leidet nach der Einnahme des Medikaments unter Kopf- oder Bauchschmerzen, einem erhöhten Stuhldrang oder vermehrten Stühlen.

Weitere sehr häufige Nebenwirkungen sind eine erhöhte Neigung zu Blähungen mit Stuhlabgang sowie ein Abgang von öligem Sekret, fettige, ölige oder flüssige Stühle. Zudem traten bei einigen Typ-2-Diabetikern niedrige Blutzuckerwerte auf.

Sehr häufige Nebenwirkungen
Kopfschmerzen Bauchbeschwerden
Flatulenzen mit Stuhlabgang fettiger oder öliger Stuhl
Bauchschmerzen Stuhldrang oder vermehrter Stuhl
Abgang von öligem Sekret niedrige Blutzuckerwerte (trat bei einer geringen Anzahl von Typ 2-Diabetikern auf)

Häufige Nebenwirkungen

Zwischen einem und zehn von 100 Anwendern leidet nach der Einnahme von Xenical an Schmerzen oder anderen Beschwerden im Mastdarm (Rektum), weichen Stühlen oder an Schwierigkeiten beim willentlichen Zurückhalten von Stühlen (Stuhlinkontinenz).

Eine geringe Anzahl von Typ-2-Diabetikern leidet unter Blähungen. Weitere häufige Nebenwirkungen sind Zahn- oder Zahnfleischbeschwerden, ein unregelmäßiger Menstruationszyklus und eine allgemeine Abgeschlagenheit.

Häufige Nebenwirkungen
Stuhlinkontinenz weiche Stühle
Rektumschmerzen Veränderungen des Menstruationszyklus
Zahn-/Zahnfleischbeschwerden Rektumbeschwerde
Abgeschlagenheit Blähungen (trat bei einer geringen Anzahl von Typ 2-Diabetikern auf)

Nebenwirkungen von unbestimmter Häufigkeit

Neben den obigen Nebenwirkungen wurde nach der Einnahme von Xenical über eine Reihe weiterer Nebenwirkungen berichtet. Hierbei liegen jedoch aktuell zu wenig Daten vor, um deren genaue Häufigkeit zu bestimmen.

Zu diesen seltenen Nebenwirkungen von unbestimmter Häufigkeit zählen mögliche allergische Reaktionen bei der Einnahme des Medikaments. Die hauptsächlich auftretenden Symptome sind hierbei Hautprobleme wie ein unangenehmer Juckreiz sowie Ausschlag oder Quaddeln. Bei Letzteren handelt es sich um leicht hervorstehende, juckende Flecken, die entweder blasser oder röter als die sie umgebende Haut sind.

Weitere häufige Symptome einer allergischen Reaktion nach der Einnahme von Xenical sind eine schwere Atemnot sowie Beschwerden, wie Übelkeit, Erbrechen oder ein allgemeines Unwohlsein. Ebenfalls möglich sind Hautblasen, die auch platzen können, rektale Blutungen sowie die Dickdarmerkrankung Divertikulitis, bei der Ausstülpungen der Schleimhaut zu Entzündungen führen.

Blutuntersuchungen deuten darauf hin, dass die Einnahme von Xenical ebenfalls erhöhte Werte bestimmter Leberenzyme verursachen kann, die auf eine Leberentzündung (Hepatitis) hindeuten. Aus diesem Grunde ist die Behandlung mit Xenical abzubrechen und der Arzt zu informieren, wenn folgende Symptome auftreten:

  • Verdacht auf Hepatitis besteht bei Symptomen, wie einer gelblichen Verfärbung der Haut und der Augen sowie bei Juckreiz, dunkel verfärbten Urin, Magenschmerzen oder einer spürbaren Empfindlichkeit der Leber.
  • Letztere ist erkennbar anhand von Schmerzen unterhalb des Brustkorbs sowie auf der rechten vorderen Seite.
  • In manchen Fällen kann eine Entzündung der Leber auch mit einem Appetitverlust einhergehen.

Weitere selten beobachtete Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Einnahme von Xenical sind Gallensteinleiden, eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) oder eine als Oxalatnephropathie bekannte Ablagerung von Kalziumoxalat, welche zu Nierensteinen führen kann.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Die Einahme von Xenical kann die Wirkung von gerinnungshemmenden Arzneimitteln, wie beispielsweise Warfarin, verändern. Deshalb führt ein Arzt bei einer gleichzeitigen Einnahme dieser Medikamente eine Überwachung der Blutgerinnungswerte durch.

Ebenso kann Xenical die Wirkung von Cyclosporin verändern. Aus diesem Grunde ist von einer gleichzeitigen Anwendung von Xenical und Cyclosporin abzuraten. Sollten doch beide Medikamente parallel eingenommen werden, so wird der beaufsichtigende Arzt eine häufigere Kontrolle des Cyclosporin-Blutspiegels durchführen.

Die Einnahme von Xenical kann auch die Wirkung von Jodsalzen sowie des künstlichen Schildrüsenhormons Levothyroxin verändern. Der Wirkstoff Levothyroxin entspricht dem natürlichen Thyroxin (T4) und wird vorwiegend zur medikamentösen Behandlung bei einer Schilddrüsenunterfunktion eingesetzt.

In einigen Fällen kommt es zudem zu einem Mangel an Schilddrüsenhormonen (Hypothyreoidismus) oder einer verminderten Kontrolle eines bereits vorhandenen Hypothyreoidismus.

Die Einnahme von Xenical kann auch die Wirkungsweise des zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen dienenden Arzneimittels Amiodaron verändern. Aus diesem Grunde sollte bei einer gleichzeitigen Einnahme beider Medikamente der behandelnde Arzt um Rat gebeten werden.

Des Weiteren kann Xenical die Wirkung von Arzneimitteln gegen HIV sowie gegen Depressionen, psychiatrische Erkrankungen und Angststörungen verändern.

Ebenfalls nicht zu empfehlen ist die gleichzeitige Einnahme von Xenical und von Acarbose. Letzteres ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung des Typ-2-Diabetes melitus eingesetzt wird.

Bei einer Behandlung von Epileptikern ist zu bedenken, dass Orlistat eine entsprechende krampflösende (antikonvulsive) Therapie aus dem Gleichgewicht bringen kann, da der Wirkstoff, die Aufnahme antiepileptischer Arzneimittel verringert, was zu Krampfanfällen (Konvulsionen) führen kann.

Deshalb sollte bei einer gemeinsamen Einnahme des Medikaments Xenical zusammen mit einem antiepileptisch wirkenden Arzneimittel ein Arzt kontaktiert werden, wenn sich dabei die Häufigkeit und/oder die Schwere der Anfälle verändert hat.

Da Xenical die Aufnahme einiger fettlöslicher Nahrungsbestandteile vermindert, werden auch die Vitamine Beta-Carotin und Vitamin E schlechter vom Körper aufgenommen. Deshalb wird der behandelnde Arzt wahrscheinlich zu einer ausgewogenen Kost anraten, die besonders reich an Obst und Gemüse ist. Ebenso ist es möglich, dass der Arzt während der Behandlung mit Xeical ein ergänzendes Multivitaminpräparat empfiehlt.

Gegenanzeigen zu Xenical

Xenical darf nicht eingenommen werden, wenn eine Allergie gegen Orlistat oder gegen eines der sonstigen Bestandteile des Medikaments besteht.

Ebenso wenig darf Xenical bei einer ungenügenden Nährstoffaufnahme aus dem Verdauungstrakt (chronisches Malabsorptionssyndrom) eingenommen werden.

Das Medikament darf auch nicht bei Vorhandensein einer Gallestauung (Cholestase) eingenommen werden.

Patienten mit einer Nierenerkrankung sollten vor dem Beginn einer Einnahme von Xenical einen Arzt befragen. Denn in seltenen Fällen kann der Wirkstoff Orlistat eine vermehrte Ausscheidung des Stoffwechselprodukts Oxalsäure bewirken, das die Niere schädigt.

Da die Einnahme von Orlistat zusammen mit einer sehr fettreichen Mahlzeit die Wahrscheinlichkeit von Magen-Darm-Beschwerden vergrößert, sollte die tägliche Fettaufnahme auf drei Hauptmahlzeiten verteilt werden.

Xenical darf nicht während der Stillzeit eingenommen werden, da aktuell noch nicht bekannt ist, ob das Medikament in die Muttermilch übertritt.

Bei Einnahme der Antibabypille werden zusätzliche schwangerschaftsverhütende Maßnahmen angeraten, da alle oralen Verhütungsmittel versagen können, wenn es im Zusammenhang mit der Einnahme von Xenical zu schweren Durchfällen kommen sollte.

Schließlich ist Orlistat auch nicht zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren geeignet, da aktuell nicht bekannt ist, welche möglichen Auswirkungen dieser Wirkstoff auf deren Entwicklung haben kann.

Quellen:

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