Die Einnahme der Antibabypille hat eine Tücke. Nämlich immer dann, wenn Erbrechen oder Durchfall auftreten, im schlimmsten Fall sogar beides. Der Schutz vor ungewollter Schwangerschaft ist nicht mehr gewährleistet und Frauen sollten wissen, was in einer solchen Situation zu tun ist.

Wichtig ist, zu unterscheiden ob es sich um einmaliges Erbrechen bzw. Durchfall handelt oder ob die Frau an einem Virus erkrankt ist, der unter Umständen die Einnahme der Pille über mehrere Tage hinweg verhindert.

Was tue ich bei Durchfall?

Im Vergleich zu anderen Verhütungsmethoden wie die Spirale wirkt die Pille aufgrund ihrer Zusammensetzung verschiedener Hormone. Diese greifen in den Zyklus der Frau ein und schützen vor unerwünschter Empfängnis.

Pille-Wikung: Zusammensetzung verschiedener Hormone Hormonelle Zusammensetzung der Pille

Durchfall, aber auch Erbrechen sind entscheidende Faktoren für eine reduzierte Wirkung der Pille. Der Organismus hat nicht ausreichend Zeit, die Inhaltsstoffe aufzunehmen, in den Blutkreislauf abzugeben um die gewünschte Wirkung zu entfalten.

Unabhängig davon, ob es sich um einen Magen-Darm-Virus, verdorbene Lebensmittel oder pure Aufregung handelt, die zum Durchfall führen - der Schutz vor Schwangerschaft ist in Gefahr.

Wird bei Durchfall die Minipille auf Basis des Wirkstoffes Levonorgestrel kurz nach der Einnahme aus dem Körper ausgeschieden, ergibt sich ein erhöhtes Risiko, schwanger zu werden. In diesem Moment sollte die Minipille innerhalb der nächsten drei Stunden noch einmal eingenommen werden.

Chemische Zusammensetzung von Levonorgestrel Chemische Zusammensetzung von Levonorgestrel

Die Einnahme zum späteren Zeitpunkt ist nicht zu empfehlen. Anders hingegen ist die Handhabung mit der Desogestrel Minipille (Handelsname: Cerazette ®). Sie kann bei Durchfall innerhalb der nächsten zwölf Stunden nochmals eingenommen werden, um den Schutz vor Schwangerschaft zu gewährleisten.

Cerazette Minipille Cerazette Minipille

Für beide Varianten der Minipille gilt: Kann die Einnahme innerhalb von drei bzw. zwölf Stunden nicht erfolgen, sollte in den nächsten sieben Tagen mit einem Kondom verhütet werden. Das gleiche gilt für die erneute Einnahme der Mikropille. Ist die Frist von zwölf Stunden abgelaufen, ist das Kondom das Verhütungsmittel der nächsten Tage.

Was ist bei Erbrechen zu tun?

Erbrechen kurz nach der Einnahme ist ebenfalls ein Risikofaktor. Hierbei gilt ebenfalls die Einwirkzeit zwischen zwei bis vier Stunden. Innerhalb dieses Zeitraums kann die Pille noch einmal eingenommen werden.

Wenn es sich jedoch um eine Magen-Darm-Grippe handelt, bei der mit mehrfachem Erbrechen zu rechnen ist, dann ist auf die Einnahme an diesem Tag zu verzichten. Allerdings muss dann natürlich in den nächsten sieben Tagen mit einem Kondom verhütet werden.

Wie sicher ist die Pille bei Durchfall und Erbrechen?

Darauf gibt es eine klare Antwort: Der Verhütungsschutz ist definitiv nicht mehr gewährleistet! Dennoch ist der Zeitpunkt zwischen Einnahme und Durchfall bzw. Erbrechen entscheidend.

Beginnt eine der beiden Krankheitssymptome innerhalb der nächsten vier Stunden nach der Einnahme, ist die Wirksamkeit der Antibabypille nicht mehr gegeben. Daher muss die Pille erneut eingenommen werden. Muss jedoch von einer klassischen Magen-Darm-Grippe ausgegangen werden, wird die erneute Einnahme nicht zum Verhütungsschutz führen.

Eine dritte Einnahme ist daher nicht zu empfehlen. Auch ein Antibiotikum kann die Wirksamkeit der Pille verringern. Bei eintretendem Erbrechen oder Durchfall vier Stunden nach der Einnahme haben die Hormone ausreichend Zeit gehabt, vom Blutkreislauf aufgenommen zu werden. Die Sicherheit der Verhütung ist dann gegeben.

Ist absehbar, dass Erbrechen und Durchfall eine Erkrankung anzeigen, die über mehrere Tage anhält, kann auf die wiederholte Einnahme im Grunde verzichtet werden. Erneutes Erbrechen oder Durchfall sorgen dafür, dass auch die zweite eingenommene Pille keine Wirkung bzw. Verhütungsschutz erzeugen kann. Die neue Einnahme beginnt, wenn die Symptome abgeklungen sind.

Alternative Verhütung bei Durchfall und Erbrechen

Auf ungeschützten Geschlechtsverkehr nach Durchfall und Erbrechen sollte jedes Paar verzichten. Das Risiko einer Schwangerschaft ist sehr hoch. Die Ansicht "Es wird schon nichts passieren" kann schnell in einer überraschenden Empfängnis enden.

Wer mit Sicherheit weiß, das dies der denkbar ungünstigste Moment für ein Kind ist, sollte deshalb für eine Weile zum Kondom wechseln. Der "Pariser" oder "Verhüterli" ist die sichere Alternative zur Pille. Ein verantwortungsvoller Umgang und etwas Erfahrung sind hierbei natürlich Voraussetzung.

Quellen: