Seit Erfindung der Antibabypille als Medikament und ihrer Vermarktung ab den frühen 1960er Jahren wurde die Pille als feministischer Befreiungsschlag gefeiert. Die folgenden Generationen von Frauen profitierten von der Verhütungsmethode und nutzten sie als Medikament zur besseren Kontrolle ihres Körpers und für eine Befreiung des eigenen Sexuallebens.

In den letzten Jahren rückten vermehrt die verschiedenen Nebenwirkungen der Pille in die öffentliche Diskussion. Welche kann das Medikament mit sich bringen, worauf sollten Frauen dabei achten und wann ist die Pille unzumutbar?

Inhaltsverzeichnis
  1. Ein Verhütungsmedikament, das viele Nebenwirkungen zumutet
  2. Thromboserisiko kann durch den Gebrauch der Pille gesteigert werden
  3. Definition und Anwendungsgebiete von Tadalafil
  4. Auswirkungen auf die psychische Befindlichkeit: die Pille als Auslöser von Depressionen
  5. Steigerung des Appetits und größeres Hungergefühl als Folge der Pille
  6. Veränderungen im Blutkreislauf und an der Muskulatur ebenfalls möglich
  7. Auswirkungen auf das Liebes- und Sexualleben einer Person
  8. Positive Wirkungen des Medikaments auf das Leben ihrer Nutzerinnen
  9. Wechselwirkungen beim Gebrauch anderer Medikamente
  10. Gegenanzeigen und Warnungen beim Gebrauch des Präparats

Ein Verhütungsmedikament, das viele Nebenwirkungen zumutet

Zwar gilt die Pille nicht für umsonst als Befreiungsschlag für die weibliche Sexualität. Sie sorgt einem ungewollten Kinderwunsch vor und kann bei heftigen Regelblutungen starke Schmerzphasen verhindern.

Gleichwohl bringt das kleine Medikament eine ganze Reihe möglicher Nebenwirkungen mit sich. Sie können auftreten und sind bei einer relevanten Größe von Frauen auch der Fall. Das nützliche Medikament hat damit seinen Preis - und dieser wird heute von einer Vielzahl von Frauen als unzumutbar empfunden. Tatsächlich wirkt sich die Pille in erheblichem Maße auf den Hormonhaushalt aus.

Es kann zu einem Wechsel der psychischen Befindlichkeit führen. Der Appetit - in kulinarischer Hinsicht wie auch in Bezug auf das eigene Liebesleben kann sich bei Nutzung der Pille erheblich verändern.

Diese Veränderungen können zum Teil durch den Gebrauch eines anderen Präparats verändert werden oder durch die Einnahme anderer Medikamente. Die Nebenwirkungen des Präparats sind in jedem Fall aber nicht zu unterschätzen. Sie lassen sich in verschiedene Unterbereiche aufteilen.

Nebenwirkungen von Antibabypille in tabellarischer Übersicht:

Häufige Nebenwirkungen der Pille
Übelkeit Kopfschmerzen
Migräne Brustschmerzen
eine Veränderung des Scheidensekrets Stimmungsschwankungen
Zwischenblutungen Zyklusstörungen
Gelegentliche Nebenwirkungen der Pille
Juckreiz Akne
Ekzeme Wassereinlagerungen
Gewichtsveränderungen Bluthochdruck oder ein niedriger Blutdruck
Erbrechen ein veränderter Sexualtrieb
Seltene und sehr seltene Nebenwirkungen der Pille
Thromboembolie Asthma bronchiale
Sekretion aus den Brustwarzen Schwerhörigkeit

Thromboserisiko kann durch den Gebrauch der Pille gesteigert werden

Im Falle der längeren Einnahme der Pille kann das Risiko für die Entwicklung einer Thrombose steigen. Bei einer Thrombose bilden sich kleine Blutgerinsel, die in den Adern den Blutkreislauf blockieren können.

Entstehung und Aufbau einer Thrombosen Antibabypille und Thrombosen

Ein solches Blutgerinsel, das in der medizinischen Fachsprache als Thrombus bezeichnet wird, kann in den Adern hängen bleiben. In der Regel geschieht dies bei wenig Bewegung in den Extremitäten, also zum Beispiel in den Füßen. Im Ergebnis wird zum einen die Sauerstoffzufuhr in diesen Teil des Körpers erschwert und es kommt zu Schmerzen.

Bei anhaltender Wirkung kann sich das Gerinsel wiederum lösen und einen Herzinfarkt oder Hirnschlag auslösen. Wer auf längeren Reisen im Flugzeug oder Bus seine Beine nicht bewegen kann, läuft Gefahr, eine solche Thrombose zu entwickeln. Die Pille steigert die Wahrscheinlichkeit dafür. Durch Gegenmittel medikamentöser Art oder enge Thrombosestrümpfe kann die Wahrscheinlichkeit zur Entwicklung von Thrombose wiederum gesenkt werden.

Definition und Anwendungsgebiete von Tadalafil

Tadalafil ist ein Wirkstoff, der bei erektiler Dysfunktion (Erektionsstörungen) eingesetzt wird. Erektionsstörungen sollen mit dem Präparat reduziert oder gänzlich verringert werden. Generell geht es dabei um eine verbesserte Erregungsfähigkeit mit entsprechender Erektion, die nach der Einnahme zu einem lustvolleren Geschlechtsverkehr führt.

Strukturformel von Tadalafil Strukturformel von Tadalafil

Grundsätzlich kann mit Tadalafil nicht die Lust selbst gesteigert werden, sondern nur die dauerhafte Erektion des Penis während sexueller Aktivität. Daher erhalten Männer mit erektiler Dysfunktion das entsprechende Präparat mit dem Wirkstoff Tadalafil. Damit gehört es zur Gruppe der Phosphodiesterase 5 Inhibitoren (PDE-5-Hemmer).

Nach sexueller Stimulation unterstützt Tadalafil die Entspannung der Blutgefäße im Penis, was einen verbesserten Blutfluss zur Folge hat. Um die erwünschte Wirkung zu erzielen, wird eine Tablette mit 10 oder 20 Milligramm ca. eine halbe bis ganzer Stunde vor dem geplanten Verkehr eingenommen.

Tadalafil hat eine lange Wirkdauer, aufgrund dessen sind sexuelle Aktivitäten bis zu zwölf Stunden nach der Einnahme möglich. Empfohlen ist in jedem Falle die partnerschaftliche Stimulation, damit Tadalafil seine Wirksamkeit entfalten kann.

Studien zur Wirksamkeit von Tadalafil

Tadalafil wurde bei Studien mit Sildenafil (Handelsname Viagra) verglichen. Hierbei zeigten sich keine bedeutenden Unterschiede. Untersucht wurden Probanden auch mit Placebos in doppelblinden Phase-III-Studien, bei denen 20 mg Tadalafil verabreicht wurden.

Eine Besserung trat bei 81 Prozent der Männer ein, der Placebo hingegen verbesserte die Erektionsfähigkeit der Probanden um 35 Prozent. Von einem sehr guten Ergebnis sprachen 75 Prozent, sie konnten den Geschlechtsverkehr wie gewünscht ausführen und beenden. Andere Ergebnis zeigte die Studien bei der Dosis von 10 mg.

Hier verringerte sich der erfolgreiche Prozentsatz um rund 15 Prozent. Weitere Gründe für den unzureichenden Erfolg sind Männer, die an Diabetes (Zuckerkrankheit) erkrankt sind, an Hypertonie (Bluthochdruck) oder der koronaren Herzkrankheit leiden.

Auch der Wirkungszeitraum von Tadalafil wurde untersucht. Dabei zeigte sich, dass das Maximum des Wirkstoffes im Blut nach rund zwei Stunden erreicht wird. Einer der Probanden hatte bereits nach 16 Minuten eine Erektion.

Insgesamt wird mit Tadalafil ein spezieller Faktor positiv begünstigt: Die betreffenden Männer können den Geschlechtsverkehr für den gesamten Abend und die Nachtstunden einplanen und stehen nicht mehr unter psychischem Druck.

Auswirkungen auf die psychische Befindlichkeit: die Pille als Auslöser von Depressionen

Auch auf die psychischen Befindlichkeiten eines Menschen wirkt sich die Pille aus. Sie verändert in nicht unerheblichem Maße den Hormonhaushalt. Seelische Verstimmungen können mit dem Gebrauch der Pille zu tun haben. Es gibt immer wieder Fälle, in denen Frauen durch den veränderten Hormonhaushalt eine Depression entwickeln.

In diesem Fall sollte unbedingt ein Arzt zu Rate gezogen werden. In der Regel wird anschließend ein anderes Präparat oder die Absetzung der Pille empfohlen. Die Nutzung eines Medikaments, das Depressionen auslöst, empfiehlt sich nicht.

Diese Nebenwirkung kann bei Präparaten auftreten, tritt aber nicht in jedem Fall auf. Sie ist vom jeweiligen individuellen Fall abhängig. Die Auswirkung auch auf sehr persönliche Befindlichkeiten und das Seelenleben sollte beim Medikament aber niemals unterschätzt werden.

Steigerung des Appetits und größeres Hungergefühl als Folge der Pille

Den Appetit kann die Pille ebenfalls steigern. Nach Studien einer Forschergruppe der Universität Stockholm kann das Präparat das Hungergefühl steigern. Bei manchen Frauen kann das Medikament so auf längere Sicht hinweg auch zu Gewichtszunahme führen.

Sie kann mit der Veränderung der psychischen Befindlichkeit zusammenhängen, hat ihre konkreten Ursachen aber auch in der Wirkungsweise des Medikaments. Das Östrogen der Pille kann bewirken, dass sich zu einem bestimmten Maße Wasser im Körper einlagert. Auf diese Weise wird das Gewicht einer Person gesteigert.

Die Wassereinlagerung kann sich auswirken, wenn die Beine auf lange Sicht nicht bewegt werden. Sie steigert dann wiederum das Risiko für eine Thrombose. Entsprechend sollte in solchen Fällen auf vorbeugende Maßnahmen geachtet werden.

Veränderungen im Blutkreislauf und an der Muskulatur ebenfalls möglich

Was den Blutkreislauf betrifft, können zwei Nebenwirkungen als Folge der Nutzung der Pille auftauchen. Sie kann zu einer Hypertonie führen. Das bedeutet, dass sich ein erhöhter Blutdruck entwickelt und möglicherweise auch Kopfschmerzen auftreten. Bluthochdruck (Hypertonie) kann aber auch andere Ursachen haben.

Er muss nicht notwendig auf die Pille zurückgeführt werden. Eine kontinuierliche Anspannung der Muskeln kann ebenfalls das Resultat eines Gebrauchs der Pille sein. Wer bestimmte dieser Faktoren bereits bei sich beobachtet sollte bei Nutzung des Präparats darauf achten, ob sich diese noch verstärken oder gleich bleiben. Viele Menschen leiden nicht aufgrund der Pille, sondern aufgrund von falscher Ernährung oder mangelnder Bewegung an Bluthochdruck.

Auswirkungen auf das Liebes- und Sexualleben einer Person

Zum Zeitpunkt ihrer Erfindung wurde die Pille als Element der Befreiung von weiblicher Sexualität gefeiert. Aber sie kann diese im Einzelfall auch zügeln. Eine mögliche Auswirkung des Präparats kann die Zügelung der Sexualität sein.

Bei vielen Frauen wird die Libido durch das Medikament eingeschränkt und diese Wirkung wird nicht immer bemerkt. Da nicht wenige Frauen die Pille bereits seit einem frühen Alter einnehmen, fehlt der Vergleich zu einem Leben mit natürlichem Lustempfinden. Bei Absetzen der Pille kann so das Lustempfinden gesteigert werden. Manche Frauen bemerken dies oft erst, wenn sie die Pille erstmals absetzen.

Positive Wirkungen des Medikaments auf das Leben ihrer Nutzerinnen

Neben der Empfängnisverhütung kann das Medikament auch andere positive Wirkungen haben. So kann es schmerzhafte Phasen der Blutung verhindern. Daneben wird das Eintreten der Periode zeitlich regelmäßiger. Sie lässt sich dadurch zeitlich besser vorhersehen. Die Pille kann den Hormonhaushalt auch stärker regulieren und so negative Effekte eines unausgeglichenen Hormonhaushalts abdämmen. Das bedeutet, dass sie zum Beispiel gegen bestimmte Formen von Akne in der Adoleszenz wirkt.

Die Wiekung der Antibabypille bei Akne Wie wirkt die Antibabypille gegen Akne

Die Einnahme der Pille senkt in bestimmten Fällen das Risiko, an bestimmten Krebsformen zu erkranken. Umso länger eine Frau die Pille einnimmt, umso eher wird beispielsweise das Risiko für Gebährmutterkrebs gesenkt.

Wechselwirkungen beim Gebrauch anderer Medikamente

Es gibt bestimmte Stoffe, welche die Wirksamkeit des Präparats herabsetzen können. Dazu gehören nicht nur synthetische Medikamente, sondern auch natürliche Stoffe, wie das Johanniskrautöl, Rifampicin, Barbiturate, Cholestyramin, Carbamazepin, Primidon und Phenytoin senken ebenfalls die Wirkungskraft des Medikaments.

Auf der anderen Seite wirkt sich die Pille auf die Wirksamkeit von Insulin aus und verändert die Wirkungsstärke von ß-Blockern. Cumarinpräparate, Theophyllin und Diazepam wirken bei Nutzung der Pille ebenfalls anders. Da das Medikament regelmäßig eingenommen wird, sollten neue Medikamente in jedem Fall auf mögliche Nebenwirkungen bedacht werden. Ein gut informierter Mediziner wird diese in der Regel bereits auf dem Schirm haben.

Gegenanzeigen und Warnungen beim Gebrauch des Präparats

Die Pille ist ein Medikament, das massenweise gebraucht wird und überwiegend sicher ist. Sie muss dennoch individuell auf den jeweiligen Körper abgestimmt werden. Folglich sollte bei starker Veränderung des physischen oder psychischen Wohlbefindens eine genaue Prüfung des Präparats erfolgen und eine erfahrene medizinische Beratung in Anspruch genommen werden.

Veränderungen des Seelenlebens und Unlust in jeder Hinsicht kann Ergebnis der Nutzung eines schlecht an den Körper angepassten medizinischen Präparats sein. Bei Absetzung der Pille verändert sich das körperliche Wohlbefinden dann oft zum besseren. Aber auch Übergewicht und erhöhter Bluthochdruck können wichtige Warnsignale dafür sein, dass Nebenwirkungen des konkreten Präparats bestehen.

Da die Pille von vielen Frauen bereits früh eingenommen wird und Nebenwirkungen nicht immer bewusst wahrgenommen werden, ist auch das testweise Absetzen des Medikaments eine Möglichkeit für eine konkrete Vergleichsphase.

Quellen: