Die unter dem Fachbegriff Diabetes bekannte Zuckerkrankheit ist heute einer der am weitesten verbreiteten Krankheiten in westlichen Gesellschaften. Dabei tritt sie in den allermeisten Fällen erst im Verlauf eines Lebens auf - und nicht immer wird sie sofort erkannt. Umso wichtiger ist es, bei einer Zuckererkrankung über deren Auswirkungen und mögliche Krankheitssyndrome im Bilde zu sein.

Was bei Diabetes im Körper passiert

Im Fall der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) kursiert im Blut zu wenig oder gar kein Insulin. Bei diesem Stoff handelt es sich um ein Hormon, das eine wesentliche Funktion beim menschlichen Stoffwechsel übernimmt. Insbesondere nach der Aufnahme von Nahrungsmitteln wird es in der Bauchspeicheldrüse gebildet und ins Blut ausgeschüttet.

Über dieses versucht es sich an den Zellen der Muskeln, der Leber sowie Fettzellen zu anhängen. Wenn es sich an eine Zelle anhängt, gibt es dieser den Hinweis, dass sie Glukose, die zu diesem Zeitpunkt reichlich im Blut kursiert, schnell aufnehmen soll.

Glukose wirkt als eine Art Antriebsstoff für die Zellen. Wenn ihnen dieser fehlt, ist Müdigkeit das Ergebnis. Und diese kann sich bis hin zur Bewusstlosigkeit ausweiten. Bleibt zu viel Zucker im Blut, scheidet der Mensch außerdem vermehrt Wasser aus und der Mensch wird sehr durstig.

Während dessen richten große Mengen an Zucker (wo sie nicht aufgenommen werden) zudem Schaden im Kreislauf des Blutes an: Sie verkleben den Blutkreislauf und dünne Gefäße. Dadurch können auf lange Sicht Schäden an Organen, in den Adern und im Nervensystem des Menschen entstehen.

Entsprechend gibt es eine ganze Reihe an Folgeerkrankungen, die eine unerkannte oder nicht behandelte Zuckerkrankheit nach sich ziehen kann.

Folgeerkrankungen von Diabetes

Diabetes wirkt sich auf die Gefäße und das Herz des Menschen aus

Gut ein Sechstel aller tödlichen Herzinfarkte fällt auf eine Person mit Diabetes. Das Risiko für Krankheiten des Herzens und der Gefäße ist damit im Fall von Diabetes erheblich gesteigert.

Das hängt zum einen mit der oben beschriebenen Auswirkung eines zu hohen Zuckerwerts im Blutkreislauf zusammen: Der Zucker verklebt die Zellen, behindert den Blutfluss und damit auch den Sauerstofftransport. Diabetes tritt zudem oft in Kombination mit Übergewicht auf. Beides führt zusammen dazu, dass Arterien verstopfen können.

Auf diese Weise verstopfte Arterien leisten nur noch eine reduzierte Sauerstoffzufuhr und sind anfällig für Verkalkungen. Es kann sich ein Gerinnsel bilden und lösen. Das bedeutet, dass bei fehlender medizinischer Behandlung sowohl das Risiko für einen Herzinfarkt wie auch für Schlaganfälle steigert.

Um Folgekrankheiten wie diesen vorzubeugen, sollte auf den Blutzuckerspiegel und den jeweiligen Bluttfettspiegel geachtet werden. Zudem sollten Diabetiker in regelmäßigen Abständen ein EKG machen lassen und ihr Herz kontrollieren lassen.

Allgemein empfiehlt sich zur Reduktion dieser Risiken der Verzicht auf das Rauchen und die Reduktion von Übergewicht (Fettsucht, Adipositas). Diese beiden Tipps empfehlen sich jedoch nicht nur für Diabetiker allein. Sie reduzieren ganz allgemein das Risiko für Erkrankungen dieser Art ganz erheblich.

Wenn der Zucker das Augenlicht beeinträchtigt: diabetische Retinopathie

Auch auf die Augen kann sich Diabetes auswirken. Tatsächlich erblinden pro Jahr etwa 1700 Menschen durch Diabetes. Diese kann sich entweder auf die kleinen Blutgefäße der Netzhaut auswirken - oder den sogenannten gelben Fleck betreffen. Dabei kommt es zu Verklebungen im Blutkreislauf, die für eine verringerte Sauerstoffzufuhr an die Netzhaut sorgen.

Eine stetige Verschlechterung der Sehkraft ist das Ergebnis. Die Erkrankung der Netzhaut entwickelt sich dabei schleichend und wird oft erst spät diagnostiziert. Sie kann schlimmstenfalls bis zur Erblindung führen. Allerdings lässt sich der diabetischen Retinopathie mit einer gezielten Lasertherapie begegnen. Um dieser Art von Folgeerkrankung vorzubeugen, empfiehlt sich eine cholesterinarme Ernährung mit vielen Vitaminen und Omega-3-Fettsäuren.

Ein vielseitiger und gut organisierter Speiseplan gehört im Allgemeinen bei Diabetikern zu den wichtigen Voraussetzungen einer guten Gesundheit. Es ist also keineswegs nur die Aufnahme medizinischer Präparate, sondern eine allgemein gesunde Lebensweise, die ein gutes Leben mit Diabetes ermöglicht.

Diabetes kann sich auf die Nieren auswirken: diabetische Nephropathie

Wie bereits erwähnt, wirkt sich die Zuckerkrankheit auch auf die Organ aus. Die Beeinträchtigung der Niere ist eine Möglichkeit. Wenn Diabetes nicht behandelt wird, führt dies zur Schädigung des Organs. Die Niere aber ist essentiell für den menschlichen Wasserhaushalt und sie hat eine wichtige Filterfunktion, um ungesunde Stoffe aus dem Körper zu halten.

Damit übernimmt sie gleich zwei lebenswichtige Funktionen im Körper des Menschen. Eine Erkrankung der Niere ist deshalb mit ganz erheblichen Einschränkungen verbunden. Die Nierenerkrankung in Form der diabetischen Nephropathie - sofern diese bereits eingetreten ist - lässt sich fest erkennen.

Sie lässt sich durch eine vermehrte Konzentration des kleinen Eiweiß Albumin diagnostizieren. Bei einer entsprechenden Beeinträchtigung lässt das lebenswichtige Organ diesen Stoff vermehrt in den körpereigenen Stoffwechsel.

Zur Sicherheit wird bei Diabetes einmal jährlich eine Untersuchung auf dieses Eiweiß im Körper durchgeführt. Sie gehört aus gutem Grund bei Menschen mit Zuckerkrankheit zu den wichtigen Untersuchungen, die in regelmäßigen Abständen vom Hausarzt durchgeführt werden.

Zur diabetischen Nephropathie muss es freilich gar nicht erst kommen. Auch bei dieser Folgeerkrankung besteht der Schlüssel zu einer guten Prophylaxe in der richtigen Ernährung und einem möglichst gesunden Lebenswandel. Mit einer gut abgestimmten Ernährung (cholesterinarm und abgestimmter Eiweißgehalt) kann dieser Erkrankung vorgebeugt werden.

Die Zuckerkrankheit kann sich auf die Füße auswirken: diabetisches Fußsyndrom

Zu den bekannteren Folgeerkrankungen von Diabetes dürfte das diabetische Fußsyndrom gehören. Die Beeinträchtigung des Blutkreißlaufes und des Zustands der Zellen wirkt sich hier besonders an den äußersten Gliedmaßen aus. Bei diesem Krankheitsbild können sowohl Schäden der Fußnerven wie auch der Blutgefäße in den Extremitäten zusammenkommen.

das diabetische Fußsyndrom

Da die Nerven beeinträchtigt sind, werden hierbei Schmerzen nur bedingt wahrgenommen oder nicht mehr gespürt. Das diabetische Fußsyndrom ist jenseits von Unfalleinwirkung die häufigste Ursache für eine Fußamputation. Aber auch leichtere Folgen wie Infektionen können hierbei schnell eintreten.

Es ist daher ausgesprochen wichtig, bei Diabetes auf eine gute Pflege der Füße zu achten. Einerseits sollten diese durch Cremes gut versorgt werden. Andererseits sollte auf einen Kauf von guten Schuhen geachtet werden. Die regelmäßige Kontrolle der Füße sollte dabei einerseits durch den Arzt oder qualifizierte Fußpfleger erfolgen.

Auf der anderen Seite sollten Patienten selbst auf Druckstellen an den Füßen oder Veränderungen auf der Haut achten und diese konsequent pflegen beziehungsweise fachmännisch behandeln lassen. Auch eine regelmäßige Fußmassage oder gezieltes Training mit den Füßen ist bei Diabetes sicherlich kein Fehler.

Quellen: