Der Arzneimittelwirkstoff Avanafil aus der Gruppe der PDE-5-Hemmer (Phosphodiesterase-5-Hemmer) wird zur Behandlung von erektilen Dysfunktionen eingesetzt. Er gilt als höchst selektiv, äußerst wirkungsstark und -schnell. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Kopfschmerzen, Schwindel und eine verstopfte Nase. Bei einigen Erkrankungen sowie in Kombination mit bestimmten anderen Medikamenten darf Avanafil nicht angewendet werden.

Definition und allgemeine Informationen

Avanafil ist einer von vier Wirkstoffen aus der Gruppe der Phosphodiesterase-5-Hemmer, der für die Behandlung von Erektionsstörungen (Impotenz) zugelassen ist. Er gilt als sehr selektiver Wirkstoff mit hoher Wirkkraft und schnellem Wirkeintritt: In manchen Studien konnte der Wirkeintritt schon nach 15 Minuten beobachtet werden.

Chemische Zusammensetzung von Avanafil Chemische Zusammensetzung von Avanafil

Nach 30 bis 45 Minuten ist der maximale Plasmaspiegel von Avanafil erreicht. Die Halbwertszeit liegt bei 6 bis 17 Stunden. Der Großteil des Wirkstoffs (63%) wird in Form von Metaboliten über den Stuhl und zum kleineren Teil (21%) über den Urin ausgeschieden.

In der EU ist Avanafil als Monopräparat seit Juni 2013 zugelassen. Seit April 2014 ist der Wirkstoff in Tablettenform unter dem Handelsnamen Spedra erhältlich. In den USA ist Avanafil seit April 2012 zugelassen und wird dort unter dem Namen Stendra verkauft.

Spedra zur Behandlung von Erektionsstörungen Spedra zur Behandlung von Erektionsstörungen

Anwendungsgebiete von Avanafil

Avanafil wird zur Behandlung der erektilen Dysfunktion (oder: Erektionsstörungen, umgangssprachlich: Impotenz) bei erwachsenen Männern eingesetzt.

Wie wirkt Avanafil?

Die Erektion des Penis ist das Ergebnis komplexer Vorgänge, an denen neben der Penismuskulatur der Blutkreislauf und das zentrale Nervensystem (ZNS) beteiligt sind. Diese Vorgänge werden von mehreren neuronalen Botenstoffen und Enzymen gesteuert.

Eine Voraussetzung für eine Erektion ist der körpereigene Botenstoff cyclisches Guanosinmonophosphat (cGMP). cGMP wird durch Stickstoffmonoxid (NO) aktiviert, das in den Schwellkörpern gebildet und bei sexueller Erregung aus der Gefäßwand der im Penis befindlichen Blutgefäßen freigesetzt wird. Es entspannt die glatten Muskelzellen im Schwellkörper des Penis und ermöglicht so einen stärkeren Blutzustrom, der zu einer Erektion führt.

Wie wirken PDE-5-Hemmern? Wirkung von PDE-5-Hemmern

Die - ebenfalls körpereigene - Substanz Phosphodiesterase 5 (PDE-5) lässt cGMP im Körper abbauen, was zur Folge hat, dass die Erektion abklingt. PDE-5-Hemmer wie Avanafil hemmen diese Substanz PDE-5, sodass eine Erektion entstehen kann und länger erhalten bleibt. Voraussetzung hierfür ist sexuelle Erregung oder Stimulation, die für die Aktivierung von cGMP notwendig ist. Ohne sexuelle Erregung kann Avanafil seine Wirkung nicht entfalten. Besteht jedoch sexuelle Erregung, sind während der Wirkdauer von Avanafil mehrere Erektionen möglich.

Avanafil gilt als äußerst starker und spezifischer PDE-5-Hemmer, dessen hemmende Wirkung von PDE-5 um ein Vielfaches stärker ist als zum Beispiel von PDE-6 oder PDE-3. Durch den geringeren Einfluss auf diese anderen Enzyme sind die Nebenwirkungen von Avanafil weniger stark und häufig.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Die Einnahme von Avanafil kann (muss aber nicht) zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Sehr häufige Nebenwirkungen (bei mehr als 1 von 10 Anwendern) sind nicht bekannt.

Häufige Nebenwirkungen (bei bis zu 1 von 10 Anwendern):

Hitzegefühl Erröten
Kopfschmerzen verstopfte Nase

Gelegentliche Nebenwirkungen (bei bis zu 1 von 100 Anwendern):

Hitzewallungen Schwindelgefühl
Übelkeit, Verdauungsstörungen verstopfte Nasennebenhöhlen
Atemlosigkeit bei körperlicher Anstrengung beschleunigter Herzschlag
Veränderungen im EKG Muskelverspannungen
Rückenschmerzen Sehstörungen (verschwommenes Sehen)
starke Müdigkeit, Schläfrigkeit erhöhte Leberenzyme

Seltene Nebenwirkungen (bei bis zu 1 von 1.000 Anwendern):

grippeähnliche Symptome (verstopfte/laufende Nase, Atemprobleme, Fieber) Mundtrockenheit
Ausschlag saisonale Allergie (Heuschnupfen)
Muskelschmerzen oder -spasmen Gicht
(starke) Brustschmerzen hoher Blutdruck
schneller Herzschlag Magen- oder Unterbauchschmerzen
Sodbrennen Durchfall
häufiger Harndrang Blut im Urin
Ruhelosigkeit Schlafstörungen, Schlaflosigkeit
Gewichtszunahme vorzeitiger Samenerguss (lat. Ejaculatio praecox)

Achtung: Insbesondere, wenn die Einnahme von Avanafil mit Schwindel oder Sehstörungen einhergeht, kann die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen und die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigt sein. In diesem Fall sollte auf diese Tätigkeiten aus Sicherheitsgründen verzichtet werden.

Darüber hinaus können schwere Nebenwirkungen auftreten, bei denen unverzüglich die Einnahme abgebrochen und ein Arzt aufgesucht werden muss. Dies ist der Fall bei:

  • starker Beeinträchtigung oder Verlust des Sehvermögens
  • starker Beeinträchtigung oder Verlust des Hörvermögens (eventuell mit Schwindel und Ohrgeräuschen)
  • einer Dauererektion (Priapismus), die länger als 4 Stunden anhält

Gegenanzeigen zur Einnahme von Avanafil

Avanafil darf nicht angewendet werden, wenn eine Überempfindlichkeit oder Allergie gegen den Wirkstoff besteht. Patienten, die an einem unregelmäßigen Herzschlag, einer ernsthaften Herzkrankheit, Brustschmerzen oder schweren Nieren- oder Leberproblemen leiden, dürfen Avanafil nicht einnehmen.

Dasselbe gilt für bestimmte Augenerkrankungen (wie der nicht arteriitischen ischämischen Optikusneuropathie), schwerwiegenden Augenproblemen in der Familie und eine im EKG sichtbare familiäre Disposition für Herzkrankheiten. Darüber hinaus darf Avanafil nicht angewendet werden, wenn der Betroffene im letzten halben Jahr einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen hatte oder aktuell einen zu niedrigen (< 90/50 mmHg) oder zu hohen Blutdruck (> 170/100 mmHg) hat, der bislang nicht medikamentös behandelt wird.

Erhöhte Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Leukämie, Sichelzellenanämie oder Multiplem Myelom, wenn diese an Dauererektionen (Priapismus) leiden. Patienten mit Penisverformung, Blutgerinnungsstörungen oder akutem Magengeschwür sollten vor der Einnahme ebenfalls Rücksprache mit ihrem Arzt halten. In diesen Fällen ist eine Anwendung nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung möglich.

Die Einnahme bestimmter Medikamente schließt die Anwendung von Avanafil ebenfalls aus, da es hierbei zu unerwünschten Wechselwirkungen der enthaltenen Wirkstoffe kommen kann.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Arzneimittel wie Amylnitrit oder Glyceroltrinitrat, die zur Behandlung von Brustschmerzen eingesetzt werden, können die Wirkung von Avanafil verstärken und einen massiven Blutdruckabfall zur Folge haben.

Wegen möglicher Wechselwirkungen darf Avanafil außerdem nicht zusammen mit bestimmten Antibiotika (z.B. Clarithromycin, Telithromycin), Anti-Pilzmitteln (z.B. Itraconazol, Ketoconazol, Voriconazol) oder HIV-/AIDS-Mittel (z.B. Atazanavir, Indinavir, Nelfinavir, Ritonavir, Saquinavir) eingenommen werden.

Es gibt Wirkstoffe, die den Abbau von Avanafil beschleunigen und so dessen Wirkung beeinträchtigen können. Hierzu gehören bestimmte Antiepileptika (Carbamazepin, Phenobarbital), Tuberkulosemittel (Rifampicin) sowie einige Virenhemmer (Bosentan, Efavirenz), die zur Behandlung von Lungenhochdruck eingesetzt werden. Aufgrund mangelnder Datenlage ist von einer gemeinsamen Einnahme mit Avanafil abzuraten.

Der Konsum von Alkohol unter der Einnahme von Avanafil kann das Risiko für Nebenwirkungen wie Schwindel oder niedriger Blutdruck (Hypotonie) erhöhen. Deshalb ist von einem gleichzeitigen Konsum von Alkohol abzuraten.

Studien zu Avanafil

Wirksamkeitsstudien

Mehrere randomisierte placebokontrollierte Studien konnten die Wirksamkeit von Avanafil belegen. Der Wirkstoff konnte den Prozentsatz von erfolgreichem Geschlechtsverkehr bei den Probanden erhöhen, und zwar deutlich stärker als nach der Einnahme eines Placebos: In einer Studie mit Männern mit erektiler Dysfunktion lag der durchschnittliche Prozentsatz erfolgreichen Geschlechtsverkehrs je nach Dosis (50 mg, 100 mg, 200 mg) bei 47%, 58% und 59%.

Zum Vergleich: Die Placeboeinnahme erzielte 28%. Typ1- und Typ2-Diabetiker berichteten nach der Einnahme von Avanafil (100 mg, 200 mg) von einer Erfolgsquote von 34% und 40% im Vergleich zu 21% bei Placebo. Patienten ohne Prostata erzielten mit Avanafil Werte von 23 % (100 mg) beziehungsweise 26 % (200 mg) und mit Placebo 9%.

Die größere Wirkung von Avanafil (25 % bei 100 mg, 28 % bei 200 mg) gegenüber Placebo (14 %) zeigte sich bereits 15 Minuten nach der Einnahme.

Untersuchungen der Nebenwirkungen

Klinische Studien haben gezeigt, dass unerwünschten Nebenwirkungen häufiger bei übergewichtigen Anwendern auftreten als bei normalgewichtigen Anwendern. Langzeitstudien zufolge gehen die auftretenden Nebenwirkungen jedoch mit zunehmender Anwendungsdauer zurück.

In Studien mit gesunden Männern, die eine einmalige Dosis von 200 Milligramm Avanafil eingenommen haben, konnten keine negativen Auswirkungen auf Form oder Beweglichkeit der Spermien beobachtet werden. Zu möglichen Auswirkungen auf die Spermienqualität bei Männern mit leichten Erektionsstörungen gibt es bislang noch keine Studien.

Quellen:

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