Jährlich sind europaweit 1,2 Millionen Todesfälle auf den Konsum von Zigaretten zurückzuführen. Daher sollten viele Raucher versuchen, sich das Rauchen effektiv abzugewöhnen. Leider scheitert dies oft an zu starker Sucht oder den falschen Hilfsmitteln und Techniken zur Raucherentwöhnung. Entsprechend dieser Erkenntnis wurde Vareniclin entwickelt, um die Entzugssymptome sowie die Symptome des Rauchverlangens zu lindern. Im Folgenden sollen anhand von Studiendaten die Effektivität und Sicherheit von Vareniclin erläutert werden.

Vareniclin zur Raucherentwöhnung: Allgemeine Informationen

Die Gabe von Vareniclin entspricht einer neuen Strategie zur Tabakentwöhnung. Seit 2007 ist das Medikament in Deutschland zugelassen und unter dem Namen Champix in Apotheken erhältlich. Indem es auf die Nikotinrezeptoren im Gehirn einwirkt, erleichtert es die Raucherentwöhnung.

Strukturformel von Vareniclin Chemische Zusammensetzung von Vareniclin

Bereits vor 2007 war Vareniclin als effektives Medikament zur Entwöhnung von Rauchern in den USA zugelassen. Zunächst warnte die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA mit zahlreichen Sicherheitshinweisen vor möglichen Herz- und Kreislaufkomplikationen, Krampfanfällen bei gleichzeitigem Alkoholgenuss und sonstigem unberechenbaren Verhalten.

Aufgrund verschiedener Forschungsergebnisse hat Professor Dr. Aziz Sheikh, Co-Direktor des Zentrums für Medizinische Informatik der University of Edinburgh, inzwischen um Überarbeitung gebeten, um den Zugang zu effektiven Raucherentwöhnungshilfen nicht unnötig einzuschränken.

Vareniclin sollte zur Raucherentwöhnung nur von wirklich motivierten Personen nach sorgfältiger Abklärung eingenommen werden, ergänzt um eine Beratung zur Rückfallprophylaxe und Verhaltensveränderung.

Anwendung und Anwendungsgebiete

Vareniclin ist apothekenpflichtig und verschreibungspflichtig mit einer ersten Anwendungsdauer von 12 Wochen. Bleibt der betroffene Raucher abstinent, kann die Dauer um weitere 12 Wochen verlängert werden. Daher ist es grundsätzlich ratsam, den Behandlungsverlauf durchgängig mit einem Arzt abzustimmen.

Bei einer Wiederaufnahme des Rauchens kann Vareniclin die Nikotinwirkung auf den vom Rauchen betroffenen Nikotin-Rezeptor im Gehirn blockieren, da es eine höhere Bindungsfähigkeit besitzt als das Nikotin selbst. Falls nach der Einnahme innere Unruhen, Depressionen oder sonstige Verhaltensveränderungen Auftreten, sollte die Behandlung sofort abgebrochen und der Arzt um Rat gebeten werden.

Grundsätzlich wird die Einnahme von Vareniclin in folgen Fällen empfohlen:

  • Bei Kontraindikationen mit Ersatzpräparaten für Nikotin
  • Bei starker bis sehr starker Nikotinabhängigkeit
  • Wenn der Raucher-Patient die Einnahme von zwei Tabletten täglich anderen Entwöhnungstechniken bevorzugt
  • Bei Rückfall nach Verwendung von Nikotin-Ersatzpräparaten

Wie wirkt Vareniclin?

Vareniclin imitiert die belohnenden Eigenschaften des Nikotins, indem es die Dopaminausschüttung im Nucleus Accumbens (mesolimbisches Belohnungssystem im Gehirn) steigert. Durch diese indirekte Stimulation bewirkt das Medikament nikotinähnliche Effekte, die zur Milderung der Entzugssymptomatik führen sollen. Vareniclin hat einen dualen Wirkmechanismus.

Wirkungsmechanismus von Vareniclin Wie wirkt Vareniclin

Zum einen arbeitet es am betroffenen Nikotinrezeptor als partieller Agonist, indem es das Verlangen nach Nikotin reduziert und die Symptome des Entzugs abmildert. Andererseits blockiert es, falls noch geraucht wird, als Antagonist die Bindung von Nikotin an den Rezeptor.

Entsprechend werden beim Tabakkonsum unter Vareniclin die Auswirkungen des Nikotins auf das Genuss- und Belohnungssystem spürbar verringert.

Was sind mögliche Nebenwirkungen von Vareniclin?

Die Einnahme von Vareniclin kann von unerwünschten Nebenwirkungen begleitet sein. So wurde in klinischen Studien als häufigste Nebenwirkung Übelkeit genannt, was vereinzelt zu Therapieabbrüchen führte.

Viele Personen, die mit Unterstützung von Vareniclin mit dem Rauchen aufgehört hatten, nahmen an Gewicht zu. Ein direkter Zusammenhang mit dem Wirkstoff konnte hier allerdings nicht nachgewiesen werden. Bei weiteren möglichen Nebenwirkungen handelt es sich um Kopfschmerzen, Übelkeit, Blähungen, Erbrechen, abnorme Träume, Schlaflosigkeit und eine Veränderung der Geschmackswahrnehmung.

Auch ist immer wieder die Rede von Konzentrationsstörungen, Unruhe und Gereiztheit bis hin zu aggressivem Verhalten. Diskutiert werden zudem die Ergebnisse einer Studie der Johns Hopkins University, die besagt, dass gesunde Raucher im mittleren Alter ein erhöhtes Risiko zu ernsthaften Herzproblemen bis hin zum Infarkt tragen.

Der maßgebliche Autor dieser Studie, die im Fachmedium "Canadian Medical Association Journal" veröffentlicht wurde, sagt (Zitat): "Menschen wollen mit dem Rauchen aufhören, um ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten zu senken. Aber in diesem Fall nehmen sie ein Medikament ein, das genau die Risiken erhöht, die sie zu umgehen versuchen."

Gegenanzeigen zur Einnahme von Vareniclin

Bei einigen Personengruppen, die sich das Rauchen abgewöhnen möchten, kommen bezügl. der Einnahme von Vareniclin Kontraindikationen (Gegenanzeigen) zum tragen. Hierzu gehören u. a. Patienten, die in den sechs Monaten vor der Untersuchung zur Einnahme des Wirkstoffs wegen Diabetes, klinisch signifikanter Kardiopathie oder ernsthafter chronisch obstruktiver Bronchopneumopathie behandelt wurden.

Studien an Tieren (leider liegen keine Studien an Menschen vor) haben nachgewiesen, das Vareniclin bei schwangeren Frauen oder jungen Müttern nach Überwindung der Plazenta in die Muttermilch übergeht. Deshalb sollte der Wirkstoff während der Schwangerschaft oder Stillzeit nicht verabreicht werden.

Weitere Gegenanzeigen betreffen Personen mit psychischen Vorfällen wie Panikanfällen, schweren Depressionen oder manisch depressiven Störungen sowie Personen mit Abhängigkeitserkrankungen wie Suchtmittelmissbrauch oder Essstörungen.

Personen mit Niereninsuffiziens sind besonders zu betrachten. Ein dauerhaftes Nierenversagen (terminale Insuffizienz) schließt die Gabe von Vareniclin aus. Handelt es sich um eine mäßige Niereninsuffizienz, so sollte der Wirkstoff für den Fall, dass er nicht tolerierbare Nebenwirkungen erzeugt, auf eine einmal tägliche Einnahme von 1 mg reduziert werden. Das Gleiche gilt für Personen mit schweren Einschränkungen der Nierenfunktion.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Grundsätzlich sind bei der Einnahme von Vareniclin zusätzlich zu anderen Arzneimitteln keine klinisch relevanten Wechselwirkungen zu erwarten. Dies entspricht den bisherigen klinischen Erfahrungen und den pharmakologischen Eigenschaften des Medikaments.

Wird Vareniclin andererseits gleichzeitig mit Cimetidin eingenommen, reduziert sich die renale Clearance, das heißt, die Leistung der Nieren nimmt ab bis hin zur Niereninsuffizienz. Im Falle der Einnahme von Cimetidin wegen einer schweren Einschränkung der Nierenfunktion darf Vareniclin dementsprechend nicht zusätzlich eingenommen werden. Gleichzeitig konnte nachgewiesen werden, dass humane, renale Transportproteine der Niere durch die Verabreichung von Vareniclin in therapeutischer Konzentration nicht beeinflusst oder gehemmt werden.

Deshalb ist es sicher, dass Vareniclin keinen Einfluss auf Wirkstoffe ausübt, die über die Nieren ausgeschieden werden. Hierzu gehören Arzneimittel wie Metformin, Digoxin, Warfarin oder Bupropion, deren Pharmakokinetik (Aufnahme vom Körper, Verteilung im Körper, biochemischer Um- und Abbau) durch Vareniclin unberührt bleibt.

In jedem Fall sollte bei der Behandlung zur Raucherentwöhnung der Arzt informiert werden, wenn der Patient andere Arzneimittel momentan einnimmt oder noch bis kurz vorher eingenommen hat. Dies gilt auch für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel.

Die Raucherentwöhnung, ob mit oder ohne Vareniclin, ruft in jedem Fall Veränderungen im Körper der betroffenen Person hervor. Hierdurch kann die Wirkung der anderen Medikament letztlich doch beeinflusst werden. In diesen Fällen sollte der Arzt eine erforderliche Dosisanpassung veranlassen.

Häufige Beispiele sind beispielsweise Medikamente wie Warfarin (Arzneimittel zur Verringerung der Blutgerinnung), Theophyllin (Arzneimittel zur Behandlung von Atemproblemen) oder Insulin (Arzneimittel zur Behandlung von Diabetes).

Kohortenstudie zu Vareniclin

Eine Kohortenstudie, die im Fachmagazin "Lancet Respiratory Medicine" veröffentlicht wurde, belegte mit Daten von mehr als 50.000 Rauchern, das Vareniclin beim Einsatz zur Raucherentwöhnung kein erhöhtes mentales oder kardiales Risiko darstellt.

Die Studie wurde von einem Team der medizinischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf unter der Leitung von Professor Dr. Daniel Kotz durchgeführt. Patientenakten aus 753 Arztpraxen in England bildeten die Grundlage der Untersuchung.

Alle Probanden in der Referenzgruppe waren älter als 18 Jahre und bekamen entweder Vareniclin oder Bupropion, oder sie nahmen an einer entsprechenden Nikotinersatztherapie teil. Alle Studienteilnehmer wurden über einem zusammenhängendem Zeitraum von sechs Monaten beobachtet.

Verglichen mit den Probanden, die sich einer Nikotinersatztherapie unterzogen, ergab sich für die Teilnehmer, die Bupropion oder Vareniclin einnahmen, kein erhöhtes Risiko bezügl. neuropsychiatrischer oder kardiovaskulärer Nebenwirkungen. Vielmehr war das Risiko für koronare Herzkrankheiten, Herzversagen, Schlaganfall oder Arrhythmien erheblich geringer.

Als Ergebnis der umfassenden Untersuchungen ist Professor Dr. Daniel Kotz sicher, dass Vareniclin keine ernsthaften negativen Auswirkungen auf die mentale und kardiale Gesundheit während der Raucherentwöhnung hat. In einer Pressemitteilung der Universität ließ der Studienleiter Verlauten (Zitat): "Unsere Forschung unterstützt den Gebrauch von Vareniclin als ein sicheres Hilfsmittel, um Menschen zu helfen, mit dem Rauchen aufzuhören."

Quellen:

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